Milchstraße mit der EOS R5 fotografieren

Ausschnitt der Milchstraße im Querformat, fotografiert mit der EOS R5 und Sigma 24mm Art

Einfach mal machen!

Das zumindest dachte ich mir, als ich im Sommer 2023 mit der Familie am Chiemsee gezeltet hatte und zum ersten Mal überhaupt die Milchstraße am Himmel wahrnehmen konnte. Sternegucken ist für mich immer etwas tief beruhigendes und ergreifendes. Diese unendlichen Weiten ziehen mich dann fast mit sich fort. Wenigstens gedanklich.

Und eigentlich hätte ich es nicht probiert, wäre ich vom Anblick der Milkyway nicht so fasziniert gewesen. Denn im Grunde sprachen wenigstens zwei fehlende technische Voraussetzungen dagegen: Meine EOS R5 besitzt noch ihren firmenseitig verbauten IR-Filter vorm Sensor und mir fehlt ein Star-Tracker!
Während ohne IR-Filter noch viel zusätzliches Licht auf den Sensor fallen würde, könnte ich mit dem Tracker eine Langzeitbelichtung mit niedriger ISO machen und etwas geschlossener Blende. 

Ein weiterer Wermutstropfen war für mich auch, dass ich in dem Moment keinen schönen Vordergrund mit ins Bild einbauen UND dass ich maximal nur 24 mm am KB-Sensor anbringen konnte. Eine größere Brennweite hätte neben dem größeren Bildausschnitt noch zwei weitere Vorteile – die Belichtungszeit ließe sich verlängern ohne Gefahr zu laufen, dass die Sterne zu Eiern oder gar Strichen werden und ich hätte damit auch mit der ISO runtergehen können.

Nach ein paar Testfotos hatte ich dann auch meine Einstellungen für das Foto gefunden. Das Sigma 24 mm Art ist schon bei f1.4 sehr scharf, die Zeit lag bei 4 Sekunden und die ISO bei 8000. Bei dieser Kombination aus Brennweite und Belichtungszeit hielt sich die Verzerrung der Sterne noch in Grenzen. Über ISO-Rauschen wollte ich in dem Moment nicht nachdenken, aber ich war mir sicher, dass ich es würde verschmerzen können.

Als wichtiger Punkt an der Stelle wäre zu erwähnen, dass die Fokussierung manuell geschehen muss. Hierbei zoomt man maximal möglich ins Bild des Lifeview hinein und dreht den Fokusring leicht vor und zurück und passt den Moment ab, an dem die Sterne am kleinsten sind. Eine echte Schärfebeurteilung wäre in dem Moment nur möglich, wenn man auf ein Tablett das Lifebild überträgt. Die Kamerahersteller haben hierfür fast alle ihre eigene App.

Der wirklich schwierige Part im Dunkeln war den passenden Ausschnitt zu finden, da zumindest ich in dem Moment durch den Sucher oder am Schwenkdisplay nicht viel gesehen hatte. Wenigstens mit dem Betrachten des geschossenen Fotos konnte ich so nach und nach den Ausschnitt anpassen

Nachdem ich – wieder zuhause angekommen – die Bilder in Adobe LrC importiert hatte, ließ ich mir etwas Zeit, das Bild zu betrachten, um mögliche sinnvolle Entwicklungsschritte zu finden. Das Bild war gut belichtet und die Sterne zu sehen. Weniger Kontrast und die Lichter angehoben, holte mir im ersten Step genügend Zeichnung ins Motiv. Danach war es ein Probieren und herantasten, bis ich zufrieden war.

Für’s erste Mal bin ich mit dem Bild sehr zufrieden und meine kleine Crowd war es auch. 

Oben hatte ich schon ein paar Dinge beschrieben, die dieses Bild wohl um längen besser gemacht hätten. Vor allem wären ohne den IR-Sperrfilter mehr Farben im Bild gewesen. Darum spiele ich nun mit dem Gedanken, meine ausgediente EOR 5D Mk III umzurüsten. Die vorhandenen 21 Megapixel würde dafür vollkommen ausreichen!

Schärfe vermisse ich nicht. Da hat das Sigma 24 mm Art f1.4 sehr gut abgeliefert. Lediglich mit der ISO wäre ich gerne runtergegangen und die Blende etwas zu. Eine geschlossenere Blende würde das Licht weniger streuen, was für mehr Details sicher gut wäre. 

Mein Fazit für mich:
Für das nächste „Astrofoto“ müsste dann schon ein Star-Tracker her, der IR-Sperrfilter muss unbedingt raus und vllt gönne ich mir noch einen Spezialfilter, der die Lichtqualität nochmal verbessert. Ob ich letztlich auch noch auf 15 mm gehen kann, hängt nun wirklich vom Budget ab, aber hierfür käme ein Irix Blackstone 15 mm f2.4 infrage. Die Referenzfotos auf Google sind vielversprechend – mal schauen!

Lasst mir gerne einen Kommentar da, wenn ihr bis zum Schluss gelesen habt. Ich freue mich darauf!

Ausschnitt der Milchstraße im Hochformat, fotografiert mit der EOS R5 und Sigma 24mm Art
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